Der Spuk an der Brehner Brücke.
Nördlich von Gingst an der Landstraße, welche nach Silenz führt und nachher auf die Trenter Chaussee mündet, liegt
die Brehner Brücke, welche nach einer am Ende des 18. Jahrhundert eingegangenen Ortschaft Brehne benannt ist. Auf beiden Seiten der Brücke stehen mehrere hohe Bäume, welche in der Umgegend weithin sichtbar sind. An dieser Brücke soll es zur Nachtzeit nicht recht geheuer sein, und in der Umgegend erzählt man sich die schauerlichsten Dinge von dem Spuk, der hier sein Wesen treibt. Schon oft sind die Pferde von Fuhrwerken, welche die Brücke zur Nachtzeit passieren mussten, scheu geworden und durchgegangen. Bei einer solchen Gelegenheit ist einmal ein Kutscher vom Bocke geschleudert worden und so unglücklich auf die Erde gefallen, dass auf der Stelle tot war. Ein anderes Mal hat ein Pächter aus der Nähe von Trent nähere Bekanntschaft mit dem Spuk gemacht. Der Mann war nach Gingst geritten, um den Arzt zu befragen, und machte sich erst am späten Abend auf, um nach Hause zurückzukehren. Als er in der Nähe der Brehner Brücke kam, fing das Pferd an, alle Zeichen der Angst und Schreckens zu geben: es prustete und schnob, richtete sich in die Höhe und stand kerzengerade auf den Hinterbeinen. Der Reiter, der selbst von Entsetzen und Schrecken gepackt wurde, gab dem Pferde mit aller Kraft die Sporen, und dieses setzte denn auch in einem wilden Sprunge über die Brücke hinüber. Kaum aber hatte der Mann die Brücke hinter sich, so erhielt er von unsichtbarer Hand einen überaus heftigen Schlag ins Genick, so dass ihm der Hut vom Kopfe flog. Das Pferd raste in stürmischen Galopp davon und ließ sich erst in der Ganschvitzer Tannen einigermaßen beruhigenden. Der verlorene Hut konnte jedoch nicht wiedergefunden werden.





