Der Gespensterzug.
Ein Müllergeselle, der auf der Schmantevitzer Mühle beschäftigt war, fuhr eines nachts mit einem Einspännerfuhrwerk
nach Wiek zur Apotheke. Als er auf dem Bohlenndorfer Berge angelangt war, fuhr ein langer gespensterhafter Zug an ihm vorbei: der sah allerlei Gestalten, zu Fuß und zu Pferde, Kutschwagen mit zwei und vier Pferden, auch andere Wagen mancherlei Art. Die Gestalten waren dunkel und hatten unbestimmte und unklare Umrisse und machen einen schaurigen, gespensterhaftern Eindruck. Der Müllergeselle lenkte seinen Schimmel, der Zeichen großer Unruhe von sich gab, etwas abseits vom Wege und hielt hier, bis der langgestreckte Tross vorüber war. Wie lange es gedauert hat, bis die letzten Gestalten des Zuges im Dunkel der Nacht verschwunden waren, wusste der Müllergeselle nachher nicht anzugeben, er hatte aber das Gefühl gehabt, als wenn es mehrere Stunden gedauert hat.





