Im Jahre 1123
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Im Jahre 1123

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Heinrichs, des Obotritenfürsten, erster Zug gegen Rügen.

Auf Grund der Schlappe (1100) töteten die Ranen einen Sohn Heinrichs, Namens Woldemar. Heinrich beschloss Vergeltung. Er brachte ein großes Heer aus Slaven, Sachsen und Holstein zusammen und zog mit ihnen die Peene entlang nach Wolgast. Damals war der Zwischenraum zwischen der pommerschen Küste und Mönchgut noch nicht so breit wie heutzutage, denn das Heer konnte von hier die rügensche Küste sehen. Es hatte stark gefroren, Eis bedeckte weithin die See, und kühn wagte man den Übergang. Beim Dunkelwerden betrat man den Boden Rügens, das heutige Mönchgut. Sogleich wurden die nächstliegenden Dörfer in Brand gesteckt. Aber als sich das Heer nun zum Kampf in Schlachtordnung stellte, da entsank ihnen der Mut und schickten einen Priester, um eine friedliche Lösung herbeizuführen. Es galang ihnen gegen eine Summe von 4400 Mark den Frieden zu erlangen. Heinrich kehrte mit Geiseln heim, um im folgenden Sommer das Geld holen zu lassen. Die Ranen hatten eine schwere Verpflichtung Übernommen, denn gemünztes Geld kannte man damals auf Rügen noch nicht. Was man hier kaufen wollte, erhielt amn gegen Leinwand und andere Erzeugnisse. Gold und Silber, welches die Ranen durch Raub oder andersweitig erworben hatten, verwandten sie entweder zum Schmuck ihrer Frauen oder legten es zum Schatze ihres Gottes nieder.