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Geschichte Rügens

Im Jahre 955

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Die Ranen in der Gefolgschaft Kaiser Ottos des Großen.

Die slavischen Ranen (Rugia oder Ruani als Bezeichnung auch möglich), die unser Eiland und auch die benachbarte Küste Pommern seit dem 6. oder 7. Jahrhundert bewohnen, erscheinen zum erste Mal im Jahre 955 in der Geschichte, und zwar höchst unerwartet als Bundesgenossen der Deutschen.

Mit dem Kaiser Otto der Große begaben sie sich nach Norden, um die gegen die deutsche Herrschaft sich empörenden Slaven zu bestrafen. An der Rara, wahrscheinlich die Recknitz im heutigen Mecklenburg, erwarteten die Feinde den Kaiser. Dieser war in Verlegenheit, wie er angesichts der slavischen Heeres über den Fluss kommen sollte. Da zeigten ihm die in der Gegend kundigen Ranen eine Meile entfernt von dem Lager einen Übergang. Schnell wurde das Heer hinübergeführt und die überraschten Slaven besiegt.

Was die Ranen trieb gegen ihre Stammesverwandten zu kämpfen, das lässt sich nicht bestimmen.

   

Im Jahre 1100

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Erste Unterwerfung der Insel d. den Dänenkönig Erik Eiegod.

Was der Rane auf dem Meer antraf, das betrachtete sr als sein Eigentum. Daher war er der gefürchtetste Pirat der Ostsee. Uralt war daher die Feindschaft zwischen den Dänen und den Ranen.

Bis zu Beginn des 12. Jahrhunderts der dänische König Erik Eiegod dem Piratenwesen zu Leibe ging. Er eroberte das Seeräubernest Julin an der Mündung der Oder, dasselbe, an welches sich später die Sage von der vom Meer verschlungenen Stadt Vineta anknüpft und wandte sich dann gegen Rügen.

Auch hier war sein Unternehmen erfolgreich. Er unterwarf die Insel und machte sie dem Dänenreich zinsbar. Die Einzelheiten dieser Episode sind nicht bekannt, nur das eine berichtet der dänische Geschichtsschreiber Saro Grammatikus, dass der königliche Befehlshaber in Seeland, Skialm, den rügenschen Tribut erhoben hat. Dieser Skialm aber ist der Großvater jenes Bischofs Absalon, der ein halbes Jahrhundert später unserer Insel verhägnisvoll werden sollte.
   

Im Jahre 1110

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Die Ranen vor Lübeck geschlagen.

Es war um das Jahr 1100, als eine rügensche Flotte plötzlich vor der Stadt Lübeck erschien. Diese Stadt gehörte damals zum Reiche des christlichen Slavenfürsten Heinrich. Dessen Herrschaft sich von Holstein bis tief nach Mecklenburg hinein erstreckte. Die Ranen wollten in einem pötzlichen Überfall die Stadt nehmen und ausplündern. Aber der Fürst Heinrich, der sich gerade in der Stadt befand, stellte sich entschlossen der Gefahr. In der Nacht entwich er mit zwei Mann nach Holstein, raffte hier in der Eile die waffenfähige Mannschaft zu sammen und kam vor der belagerten Stadt wieder an. Hier versteckte er sein Heer in den Wäldern. Auf heimlichen Wegen führte er seine berittene Mannschaft nach der Mündung der Trave und schlug von hier aus den Weg nach der Stadt ein, den die Reiterei der Ranen, die gerade auf Raub ausgezogen war, zurückkommen musste. Als nun die Ranen den Reiterzug von der See herauf ankommen sahen, glaubten sie, es seien ihre Landsleute und verließen unter Jubelgeschrei die Schiffe, um ihnen entgegenzugehen. Da erhoben die Holsteiner ihren Schlachtruf, stürzten sich auf die Ranen und hieben nieder, was sich nicht in schleuniger Flucht auf die Schiffe retten konnte. Nur wenige entrannen dem Schwerte der Sieger, viele ertranken, und gering war die Zahl derer die die Heimatküste von Rügen erreichten.
   

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