Halbinsel Mönchgut
Halbinsel Mönchgut
Der südöstliche Teil der Insel Rügen, die Halbinsel Mönchgut, gleicht einer Inselgruppe. Erhebungen bis zu sechzig Meter sind durch flache Landstreifen zusammengehalten; schmale Arme greifen weit ins Meer Die zerklüftete Küste bot den wenigen hundert Bewohnern in vergangener Zeit kaum Schutz. Sturmfluten und das Toben der herbstlichen Stürme waren die gefürchtetsten Gewalten auf diesem weltabgeschiedenen, herben Land. Der Aberglaube, die Vorstellung von angeblich übernatürlichen Vorgängen ließen besonders hier unzählige Sagen entstehen.
Während deutsche Siedler erst im 14. Jahrhundert auf der übrigen Insel heimisch wurden, war Mönchgut bereits im 13. Jahrhundert von ihnen bewohnt. Sie folgten den Zisterzienser-Mönchen, die aus dem Kloster Eldena in Greifswald herübergekommen waren und denen von Jaromar II. der nördliche Teil der Halbinsel zugesprochen wurde. Um 1360 kauften sie den südlichen Teil dazu.
Der Sage nach wurde oberhalb von Baabe ein Graben angelegt, der sich nach Westen bis zum Selliner See hinzog. Er war auf Weisung des Abtes vom Kloster Eldena, als Trennungslinie zwischen geistigem und profanem Besitz, aufgeworfen worden. . In Wirklichkeit muß er schon früher bestanden haben.
Wenig Schutz bot die Insel auch bei kriegerischen Ereignissen. Die vielen Buchten und Scheeren gaben den feindlichen Schiffen Gelegenheit, schnell und weit vorzudringen. Burgwälle anzulegen, hatte unter diesen Umständen wenig Zweck. Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Graben als Schutzwall angelegt. Kamen die Feinde vom gegenüberliegenden Pommern, flüchteten die Einwohner hinter den Graben ins Innere der Insel, kamen sie von der Inselseite, wurde Mönchgut von der Heimatseite aus verteidigt. Der Name Mönchgut mag entstanden sein zu jener Zeit, als die slawische Bezeichnung Reddevitz für diesen Teil der Insel in den Namen Mönchgut umgewandelt wurde.





